Wir gedenken den Opfern rechter Gewalt…

Am 25. April 2007 wurde die junge Polizistin Michèle Kiesewetter in unserer Stadt kaltblütig ermordet. Ihr Kollege wurde schwer verletzt. Zwei Schicksale, die uns als Bündnis „Heilbronn sagt nein!“ tief berühren. Wir gedenken den Opfern und ihrer Familien und möchten unser Beileid ausdrücken.

Als Mörder gelten Rechtsextreme vom so genannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). Die Vorstellung, dass womöglich ein umfassenderes Netzwerk Rechtsextremer in Heilbronn aktiv war, vielleicht noch ist, beunruhigt nicht nur uns als Bündnis.

Wir wissen, dass es in Heilbronn eine seit Jahren gewachsene und aktive rechtsextreme Szene gibt. Wir wissen nicht, ob sie beteiligt war an dem Mord an Michèle Kiesewetter. Ihr Gedankengut ist jedoch auf Hass und Gewalt ausgerichtet.

Wir sind es den vielen Opfern rechter Gewalt schuldig, jeden einzelnen Fall aufzuklären und dafür Sorge zu tragen, dass sich solches Leid nicht wiederholt. Dafür treten wir ein. Für uns ist die aktive Gegenwehr gegen extrem rechte Tendenzen und das Eintreten für Demokratie und Toleranz eine wichtige Aufgabe.

Unser Bündnis wendet sich daher, in vielfältiger Form, gegen Rassismus und Faschismus  und tritt für eine offene und solidarische Gesellschaft ein.

Gedenkstunde 1. April , 11:00 Uhr am KZ Friedhof Neckargartach

Begrüßung: Harry Mergel Oberbürgermeister Stadt Heilbronn

Lesung: Prof. Dr. Christhard Schrenk Direktor Stadtarchiv Heilbronn

Kranzniederlegung

Verabschiedung: Silke Ortwein (DGB / VVN)

Musikalische Umrahmung: Hans Kumpf (Klarinette)

Es laden ein:

Stadt Heilbronn

VVN/BdAHeilbronn

DGB Stadt-und Kreisverband Heilbronn

NPD nicht verboten – aber Verfassungsfeindlichkeit jetzt gerichtlich bestätigt

sehr unterschiedlich sind die Reaktionen. Die NPD wird in der Urteilbegründung der Karlsruher Verfassungsrichter als zu unbedeutend eingeschätzt, als dass ihre Verfassungsfeindlichkeit dem Staat schaden könnte.

Nun stellt sich allgemein die Frage, was dieses Urteil nun bedeutet. Ellen Esen hat als Rechtsextremismus-Expertin in einem Interview mit der SZ auf die Frage ob sie die demokratischen Kräfte als stark genug einschätze, die Demokratie schützen zu können, geantwortet:

„Ich hoffe darauf. Aber dazu braucht es dringend die Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen. Die Ortschaft Jamel in Mecklenburg-Vorpommern, wo es eine „nationalbefreite Zone“ gibt, wurde im Urteil als Ausnahmefall genannt. Für Anklam wurde betont, es gebe auch Kräfte, die sich gegen die rechte Szene engagieren. Wenn ihre Existenz einer der Gründe gegen ein Verbot ist, dann brauchen wir diese Kräfte überall und müssen sie stärken. Sie dürfen gesellschaftlich nicht marginalisiert oder als linksextrem dargestellt werden. Das ist der Auftrag, der aus dem Urteil hervorgeht. Das muss gefördert werden.“

Die Richter haben über die Partei als Ganzes geurteilt und hier die Verfassungsfeindlichkeit bestätigt.

Dass die NPD nicht verboten wurde, ist ihrer „Bedeutungslosigkeit“ geschuldet und darf aber nicht als Freibrief für handelnden Einzelpersonen missverstanden werden. Denn rechtsextremistisch motivierte Straftat bleibt Straftat! – und daher gilt es festzustellen, dass der Staat in seiner Substanz nicht gefährdet sein mag, aber Leib und Leben von Menschen, die nicht ins Weltbild der Rechtsextremen passen!

Insofern muss das Urteil auch klar als Aufruf an die Menschen verstanden werden, sich mit bedrängten Personen zu solidarisieren und selbst aktiv für Demokratie einzustehen.

Dass kurz nach dem Bekanntwerden des Urteils in einer Rede des AfD-Politiker Björn Höcke das Berliner Holocaust-Mahnmal durch diesen als "Denkmal der Schande" bezeichnet wurde, ist nicht nur eine zufällige verbale Entgleisung. Gezielt verwenden die Politiker der rechtspopulistischen AfD derartige Aussagen, um zum einen Presseöffentlichkeit zu erzielen aber zum anderen auch die Betroffenen (in diesem Fall die Holocaust-Opfer und deren Angehörige) zu denunzieren und abzuwerten. Genau dies ist eine Schande – dies ist der eigentliche Skandal – zeigt dieser Satz doch (erneut) beispielhaft auf, welches Menschenbild die Einstellung desjenigen prägt, der derartige Aussagen tätigt.

So gesehen ist es richtig, dass die NPD nicht verboten wurde, denn Menschen mit derartigem Gedankengut haben zwischenzeitlich nicht nur bei den extrem rechten Parteien, wie dem III. Weg oder den „RECHTEN“ eine Heimat gefunden. Allen voran hat sich auch die rechtspopulistische AfD selbst mit entsprechendem Vokabular als „Alternative“ (nicht für Deutschland, aber) „für rechtsextrem Denkende“ ins Spiel gebracht. So wäre ein Verbot lediglich ein Signal gewesen – nicht mehr und nicht weniger. Am Gedankengut und der „rechten Haltung“ der Menschen, welche dieses verbreiten, hätte sich mit einem Verbot der NPD nichts verändert.

 

S. Ortwein

Das Oktoberfestattentat im Kontext der NSU-Ereignisse Montag, 5. Dezember, 19 Uhr, VHS im Deutschhof

Vortrag mit Peter Ohlendorf, Regisseur und Drehbuchautor aus Freiburg

Das Oktoberfestattentat im Kontext der NSU-Ereignisse

Am 26. September 1980, an einem späten Freitagabend, explodierte auf dem Münchner Oktoberfest "südlich der Brausebadeinsel" (Wikipedia) eine TNT-Bombe. Die Folge waren 13 Tote und 279 schwerverletzte Festbesucher. Im Fokus der Ermittlungen stand Gundolf Köhler, dieser "habe wahrscheinlich als Alleintäter gehandelt" (Wikipedia). Weitere Hinweise deuteten auf europaweit agierende Rechtsaktivisten und auf die Wehrsportgruppe Hofmann, wurden aber nicht weiter verfolgt. 1982 sind die Ermittlungen durch Generalbundesstaatsanwalt Kurt Rebmann beendet worden. Eine Wiederaufnahme der Ermittlungen erfolgte 2014. Die Frage der NSU-Täterschaft wird seit dem 6. Mai 2013 am Oberlandesgericht München verhandelt. Die NSU-Terrorgruppe wird ebenso dem rechten Milieu zugeordnet. Die Verhandlungen erweisen sich als schwierig. Die ARD brachte eine 3teilige Serie mit dem Titel "Mitten in Deutschland" zur Thematik, die den Zuschauer in Sachen Täterschaft eher ratlos zurück ließ. In dieser Serie wurden viele offene Fragen, die es zur Ermordung der Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn gibt, nicht aufgegriffen. Der Generalbundesanwalt hat sich auch hier schnell eine Antwort zurechtgelegt: Sie sei ein Zufallsopfer. Doch vieles spricht gegen diese These und für die Annahme, dass der Schlüssel zum NSU auf der Heilbronner Theresienwiese liegt.

Montag, 5. Dezember, 19 Uhr, VHS im Deutschhof, gebührenfrei

In Kooperation mit dem Bündnis „Heilbronn sagt nein“

IS und Terrorakte führen vermehrt zur Ausgrenzung von Geflüchteten

Die schrecklichen Taten von Einzelpersonen und Anhängern des IS, die in den letzten Wochen und Monaten, viele Menschen bewegten und verunsicherten, führen zu weiteren Ausgrenzungen vieler Flüchtlinge.

Dass diese Terroristen sich unter die Flüchtlinge gemischt haben oder aus ihnen heraus sich radikalisieren, darf unsere Bemühungen um die Integration nicht hemmen – im Gegenteil: Je weniger die Geflüchteten für sich eine Perspektive sehen, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie Opfer der perfiden pseudoreligiösen Demagogen werden und sich radikalisieren. 

Der Terror des IS ist einer der perfidesten und erfolgreichsten Kriege welche die Erde je erlebt hat:
Denn die Art der Kriegsführung versetzt Menschen rund um den Erdball – insbesondere aber auch in den friedlichen Regionen Europas in Angst und Schrecken. Leidtragende sind zunächst die direkten Opfer der Attentate.

Doch nicht nur auf sie zielt die Gewalt: So wirken die Angst und Schrecken tief in die Gesellschaft hinein – und sorgen dafür, dass die Menschen, die einst vor diesem Terror flohen nun mit den Tätern gleichgesetzt und ausgegrenzt werden.

Wohl weniger die Lust am Tötungsvorgang selbst scheint die Kämpfer des IS anzutreiben. Die Chance Macht über andere zu haben scheint neben den religiösen Gründen eine viel stärkere Triebfeder zu sein! So gibt es immer neue Nachahmer, welche darin häufig ihre einzige Möglichkeit sehen, selbst Macht über andere auszuüben.

Mit einem Sprengstoffgürtel unerkannt durch eine Menschenmenge zu laufen, und dabei selbst die Macht zu haben, alle diese Menschen zu töten und dies selbst zu entscheiden, ist eine wohl für bestimmte Menschen faszinierend - aber letztendlich eine unglaublich perverse Form der Machtausübung über andere. Die Aussicht bei diesem Spiel selbst das Leben zu verlieren scheint bei der Entscheidung weniger schwer zu wiegen, als die zweifelhafte Ehre als IS Kämpfer in den sozialen Netzwerken posthum eine Art Märtyrerstatur für den radikalen Islam einzunehmen.

Das ist erschreckend – nicht nur für uns! – Die Menschen, welche ihre Heimat in verlassen haben, sind genau vor derartigen Menschen und ihren radikalen Tötungsphantasien geflohen. Sie müssen nun feststellen, dass dieser perfide Krieg und seine Krieger ihnen gefolgt sind. Nun werden sie erneut zu Opfern- zumindest indem sie als Tarnung missbraucht werden. Dieses Vorgehen verstärkt die ohnehin vorhandenen Vorurteile Ihnen gegenüber, sowie die Ausgrenzung von Fremden in unserer Gesellschaft.

Wir dürfen Ausgrenzungen und Diffamierungen nicht zulassen: Rechtsextremismus und Rassismus darf in Europa –  in unserer Gesellschaft - kein Raum gegeben werden.

(S. Ortwein)

Rassismus kannst du knicken - Schülerplakate für Toleranz Ausstellungseröffnung 22. April 2016 10:00 Uhr Johann-Jakob Widmann Schule Heilbronn

Gegen Rassismus und Ausgrenzung – für Toleranz!

Zu diesem Themenbereich haben Schülerinnen und Schüler der Johann-Jakob-Widmann-Schule in Heilbronn 2015 eine Plakatserie erstellt, die zum Nachdenken und Diskutieren einlädt. Die angehende Mediengestalterinnen und Mediengestalter im zweiten Ausbildungsjahr beschäftigten sich im Frühjahr 2015 mit diesem politisch aktuellen Thema.

Dabei sind Werke entstanden, die den Betrachter provozieren – andere thematisieren Selbstverständlichkeiten mit einem Augenzwinkern oder mit ihrer Bildsprache. Wieder andere fordern mit ihren Wortspielereien zum Nachdenken heraus und lassen dabei Widersprüche und Vorurteile sichtbar werden.

Mit den verschiedensten Techniken und Ideen begeistern diese Schülerwerke und stellen so die professionelle Herangehensweise der Schülerinnen und Schüler im zweiten Lehrjahr zum „Mediengestalter“ unter Beweis.

So haben sich die Schülerinnen und Schüler schon beim Entwurf ihre ganz eigenen Gedanken gemacht und laden damit die Betrachter ein, den „Gedankenspuren“ in Wort und Bild zu folgen.

 

Wir freuen uns sehr, dass die Heilbronner Bürgerstiftung sich entschlossen hat, die Motivmappe allen Schulen ab Klasse 5 im Stadtkreis Heilbronn für ihre Arbeit zur Verfügung zu stellen.

Ein besonderer Dank gilt der Johann-Jakob-Widmann-Schule,insbesondere dem Schulleiter Herrn Michael Schatz und den verantwortlichen Lehrern Herrn Bernd Hennige und Herrn Raimund Köcher sowie den beteiligten Schülerinnen und Schülern, die diese Werke mit viel Kreativität erstellt haben.

Silke Ortwein -  Sprecherin "Heilbronn sagt Nein"

 

Walter Vielhauer Gedenkstunde am 9. Mai 2016 um 19:30 Uhr im Gewerkschaftshaus Heilbronn

Demonstration– Solidarität statt Spaltung Kiliansplatz Heilbronn 7. März 2016 18 Uhr Anschließend: ab 18.30 Uhr Kundgebung Schießhaus Heilbronn

Am 7. März 2016 soll der baden-württembergische AfD-Spitzenkandidat Jörg Meuthen im Schießhaus mit einem Vortrag den Wahlkampf der Heilbronner AfD abschließen. Meuthen ist auch im Bundes- und Landesvorstand der Partei aktiv.

Auch er wird hier in unserer Stadt wieder die Rechtspopulistischen Parolen der AfD verbreiten… - Grund genug auf die Straße zu gehen:

Wir stehen ein für eine vielfältige, bunte und solidarische Gesellschaft!

Demonstration– Solidarität statt Spaltung AfD und rechte Hetze stoppen! 

Kiliansplatz Heilbronn 7. März 2016

18 Uhr

Anschließend:
ab 18.30 Uhr Kundgebung

Schießhaus Heilbronn

 

In der Hoffnung, dass möglichst viele Menschen dem untenstehenden Aufruf des Netzwerk gegen Rechts folgen….

 

hier der Aufruf vom "Heilbronner Netzwerk gegen Rechts"

Solidarität statt Spaltung – AfD und rechte Hetze stoppen!

Der Ton wird immer rauer. Während sich in vielen Ländern der Erde Menschen auf den Weg machten, um Krieg und Terror zu entfliehen, wuchs in Europa das Lager der rechten PopulistInnen. Auf drängende soziale Fragen haben sie nur eine Antwort: die Spaltung der Gesellschaft und das Spiel mit der Angst vor den „Fremden“.

Hierzulande hat sich
die „Alternative für Deutschland“ (AfD) als organisatorischer Kern der rechten Mobilmachung etabliert. Spätestens seit gemäßigte Fraktionen im Sommer 2015 die AfD verließen, hat die Partei jede Distanz zu rassistischen und völkischen Inhalten verloren.

In Baden-Württemberg steht die AfD im März 2016 kurz vor dem Einzug ins Landesparlament. Bis zu zehn Prozent der Stimmen könnten laut Umfragen an die Partei gehen. Auch in Heilbronn rühren die rechten Strategen die Werbetrommel.

Am 7. März 2016 soll der baden-württembergische AfD-Spitzenkandidat Jörg Meuthen im Schießhaus mit einem Vortrag den Wahlkampf der Heilbronner AfD abschließen. Meuthen ist auch im Bundes- und Landesvorstand der Partei aktiv. In seiner Rede zur „aktuellen politischen Lage“ und zum Wahlprogramm der AfD wird er genau jene Parolen bedienen, die seit Wochen und Monaten das Klima in unserer Gesellschaft zu vergiften bedrohen.

Die vergangenen Monate haben aber auch gezeigt: eine große Zahl von Menschen folgt den rechten Hetzern nicht. Überall – auch in unserer Stadt – werden Geflüchtete mit offenen Armen empfangen und von der Zivilgesellschaft unterstützt. Die Zeichen der Solidarität waren und sind überall sichtbar.

Wir wehren uns deshalb gemeinsam gegen die Stimmungsmache der AfD. Für rassistische und nationalistische Parolen darf in unserer Stadt kein Platz sein. Den rechten Strategen sagen wir laut und deutlich: wir stehen zusammen – für eine vielfältige, bunte und solidarische Gesellschaft!

7. März 2016 | 18 Uhr Demonstration | Kiliansplatz Heilbronn
ab 18.30 Uhr Kundgebung | Schießhaus Heilbronn

Verantwortlich für die Deminstration und  Kundgebung: Netzwerk gegen Rechts Heilbronn (NgR)

Aktivitäten gegen die rassistischen Äußerungen von Höcke und Gauland (AfD) und weitere Aktivitäten im Main Tauber Kreis

Am Freitag 19.02.2016 gibt es eine

Demonstration in Unterbalbach (Treffpunkt 17:00 Uhr Kirche)

mit anschließender

Kundgebung ab 18:00 Uhr am Parkplatz der Schule im Taubertal / Wagnerstraße 8 (Anlass die AfD lädt an diesem Tag Höcke ein)

 

Am Freitag 26.02.2016 um 19:00 Uhr gibt es einen Vortrag mit Lucius Teidelbaum… (der erste war bereits am 14.02.2016 - war wohl super) Kulturhaus Wertheim /Bahnhofstraße 1

Titel : Rechtspopulismus als politische Alternative für Deutschland?

 

Am Freitag 04.03.2016 um 17:30  Demonstration in Wertheim (Treffpunkt Bahnhof) – Hier gibt’s um 19:00 Uhr eine Schlusskundgebung in der Hofhaltung Stadt Wertheim – Mühlenstraße 26 (Anlass – AfD lädt an diesem Tag Gauland ein)

 

Am Freitag 04.03.2016  um 19:30 – „Rock gegen Rechts“ , Halle 115, Willy-Brandt Straße 9, 97877 Wertheim

 

"Heilbronn sagt Nein" unterstützt diese Aktivitäten. Bitte kräftig Werbung machen.. und hingehen!

 

..

 

 

 

Kundgebung Sonntag 07.02.2016 am Kiliansplatz in Heilbronn Gegen Rassismus und rechte Parolen

Am Sonntag, dem 7. Februar findet um 13.30 Uhr auf der Fleinerstraße / Kiliansplatz in Heilbronn eine Kundgebung

„Zusammen stehen – gegen Rassismus und rechte Parolen!“ statt. Es rufen dazu auf das „Netzwerk gegen Rechts Heilbronn“, Unterstützer sind das Bündnis „Heilbronn sagt Nein“, der DGB Stadt- und Kreisverband Heilbronn und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
Der Aufruf dazu befindet sich in der Anlage.

Anlass ist die geplante Kundgebung vornehmlich russlanddeutscher Kreise unter dem Motto: „Heilbronn wach auf“.

Es ist an der Zeit auf die Straße zu gehen und zu zeigen: wir wollen keine Ausgrenzung und keine Gewalt , keinen Rassismus und keinen Sexismus...

Wir wehren uns gegen diese Tendenzen....

Kommt mit - Seien Sie dabei!

Erfahrungen eines Arztes der für und mit Flüchtlingen arbeitet

Empfehlung: Der Post von  Raphaele Lindemann - eines Arztes, der für und mit Flüchtlingen arbeitet

Liebe Leute,

nach nun fast vier Wochen im Erstaufnahmelager, finde ich endlich mal die Zeit ein paar Zeilen zur wirklichen Situation vor Ort zu schreiben und diese in Absprache mit der Camp-Leitung hier zu veröffentlichen.
In der aufgeheizten Stimmung zwischen allen politischen Lagern können ein paar Fakten aus erster Hand nicht schaden. Ich habe mir vorgenommen, diesen Bericht möglichst neutral zu verfassen. Das ist mir allerdings aufgrund der erschütternden Realität nicht gelungen und am Ende ist doch die Polemik und meine eigene Meinung mit mir durchgegangen…aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen…

Ich bin zur Zeit als Arzt für die medizinische Erstversorgung der neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge zuständig. Diese findet nahezu vor jedem weiteren Schritt statt. Also vor der Registrierung (inkl. Fingerabdrücke und Foto!), der Versorgung mit gespendeter (Marken-)Kleidung, der Möglichkeit sich zu duschen, etwas zu essen oder der Verteilung auf das restliche Bundesgebiet etc. Das heißt im Klartext, dass man hier einen Eindruck in Reinform über die tatsächliche Situation der ankommenden Flüchtlinge erhält.

Dieser Eindruck ist pur und absolut ungefiltert. Ich kann Euch versichern, dass es absolut unmöglich ist, z.B. einen Fuß mit Erfrierungen zu versorgen, der über 500km in kaputten Schuhen, mit nassen Strümpfen durch den Winter marschiert ist und dabei durch eine „naive rosarote Gutmenschbrille“ zu schauen. Oder einen 4 Wochen alten Säugling in feuchter Kleidung mit Lungenentzündung zu behandeln, der zusammen mit einem Einjährigen und einer Vierjährigen, ganz alleine von der Mutter über das Mittelmeer, über Griechenland bis hier her geschafft wurde und sich dann den Vorwurf der Weltfremdheit anzuhören. Das hier ist die Welt! Und das hier ist sehr real und nirgends „rosarot“! Der Vater der 3 Kinder kam übrigens in Syrien ums Leben.

Diese Menschen kommen in einem absolut desolaten und erbarmungswürdigen Zustand hier an. Sicher wird es manchen erstaunen, dass es sich nicht zu 90% um junge, gesunde Männer handelt. Das hat das Wanken der Nachzugsreglung erfolgreich zum Schlechteren gewendet. Ich sehe pro Schicht etwa 300-500 Flüchtlinge. Mindestens 40% davon sind KINDER! Es gibt Familien, es gibt Alte und ja – es gibt auch junge Männer. Warum auch nicht? Allen gemein ist, dass sie absolut entkräftet und fertig sind. Ich habe bisher nie so viel Elend und Verzweiflung auf einem Haufen gesehen.
Neulich haben wir zum Beispiel eine Frau versorgt, deren Beine komplett verbrannt waren. Keine Ahnung wie sie es überhaupt bis zu uns geschafft hat. Wir haben allein eine halbe Stunde gebraucht, um die festgeklebten, schmutzigen und stinkenden Verbände von den vereiterten Wunden zu lösen. Da war aber kein Klagen und da war keine Anspruchshaltung. Diese Frau hat Dankbarkeit ausgestrahlt, weil sie endlich in Sicherheit ist und sich jemand um sie kümmert. Selbstverständlich ist sie nur ein Beispiel. Und selbstverständlich lassen sich mit Sicherheit auch Arschlöcher unter den Flüchtenden finden – wovon wir selbstverständlich schon genug unter den Eingeborenen haben.

Übrigens haben die Flüchtenden natürlich ihre Smartphones dabei. „Die“ haben vorher nicht in der Steinzeit gelebt und sind aus irgendwelchen Buschhütten und Höhlen gekrochen. Und vielen ist es zunächst wichtiger ihre Handys aufzuladen, als etwas zu Essen zu bekommen. Und dreimal dürft ihr raten warum? Was habe ich als erstes gemacht, als ich, bequem mit meinem Auto, trotz Glatteis, sicher im 500 km von zu Hause entfernten Camp angekommen bin?
Dass sie ein Lebenszeichen an die Lieben schicken zu wollen, wird diesen Menschen allerdings regelhaft zum Vorwurf gemacht und als Beleg für die fehlende Hilfsbedürftigkeit gesehen. Mit Verlaub - das ist weltfremd und obendrein arschig! Als würde es eine Pflicht geben, sich vor einer Flucht in Lumpen zu hüllen und bloß alle Wertgegenstände zurück zu lassen – inklusive der einzigen Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu den Angehörigen in Form eines Telefons.

In der aktuellen Situation müssen wir uns verdeutlichen, welchen Selbstanspruch wir an unsere Kultur haben. Natürlich könnten wir die Grenzen dicht machen und so tun als wäre Merkel an allem Elend dieser Welt schuld. Aber glaubt denn wirklich irgendwer damit wäre das Problem gelöst? Ich höre hier im Lager durchgehend weinende Kinder. Und ich weiß, dass sie dann halt vor unseren Grenzen weinen würden. Würden wir damit unsere Zivilisation retten? Nur weil wir es dann nicht mehr sehen und im Fernsehen einfach bequem umschalten können? Es zeugt schon von einer bemerkenswerten Moralvorstellung, wenn man auf fb das Elend eines gequälten Hundes anprangert und gleichzeitig sehenden Auges all diese Menschen vor unseren Grenzen krepieren lassen will – und wenn es nur durch Unterlassung ist. Ob das ein schützenswertes Abendland ist?

Natürlich müssen Lösungen vor Ort gefunden werden. Und natürlich können wir nicht die ganze Welt aufnehmen. Aber löst man einen Konflikt auf der Welt indem man gegen Flüchtlinge wettert und dumpf der Kanzlerin Verrat am Volk vorwirft? Sieht so die Rettung der Welt aus? Wo bleiben die wirklich konstruktiven Vorschläge und Initiativen der ach so besorgten Bürger?

Durch ihr „wir schaffen das“ hatte ich zum ersten Mal so was wie Respekt und Anerkennung für die Kanzlerin übrig. Weil sie ohne mit der Wimper zu zucken ihre politische Karriere riskiert hat, um eben jene Menschen nicht vor unseren Grenzen krepieren zu lassen und sie die enorme Herausforderung angenommen hat anstatt ihr übliches Teflonspiel des Aussitzens zu treiben. Und nie hat jemand behauptet, dass es eine leichte Herausforderung wäre. Und sind wir doch mal ehrlich: Wer von all den Hetzern ist denn WIRKLICH so arm, dass er befürchten muss durch die Flüchtlinge plötzlich weniger vom deutschen Wohlstandskuchen abzubekommen? Ist bisher WIRKLICH jemand deshalb ärmer geworden? Ist WIRKLICH jemand deshalb aus seiner Wohnung geflogen? Ist WIRKLICH jemand von einem bösen Asylanten aufgegessen worden? Und damit meine ich nicht denjenigen, der einen kennt, dessen Großcousine einen Nachbarn hat blabla.
Und Nein! Ich möchte nicht „so was“ wie in Köln gutheißen und bin sehr wohl für Sicherheit und Ordnung und eine härtere Bestrafung bei Gewaltdelikten jeglicher Couleur. Übrigens war ich schon bekennender Feminist als der Großteil der jetzigen „Frauenrechtler“ noch fröhlich Tittensprüche gemacht haben.
Was sich für Deutschland in erster Linie durch den Flüchtlingsstrom geändert hat, ist die Tatsache, dass wir zum ersten Mal eins zu eins mitbekommen, was in den armen Ländern dieser Welt absolut üblich ist: Wir nehmen Flüchtlinge im großen Maßstab auf und beweisen dadurch Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und sind bereit wenigstens einen kleinen Teil der Zeche zu zahlen, die die westliche Welt mit ihrer Außen- und Wirtschaftspolitik arrogant hat anschreiben lassen.
Damit sage ich ausdrücklich nicht, dass ruhig jeder hier her kommen soll und machen kann was er will. Natürlich fordere ich Integrationswille und Verfassungstreue ein – aber auch und vor allem von meinen eigenen Landsleuten! Schließlich hätten die schon seit ihrer Geburt die Chance gehabt humanistische Werte zu lernen. Und nicht selten profitieren sie schon viel länger als die Flüchtlinge von unserem Sozialstaat…

Klar muss sich auch „der Islam“ bewegen, möglicherweise eine Reformation durchlaufen, um unseren Lebensstil und die Regeln unseres Zusammenlebens bedingungslos in unserem Land zu akzeptieren. Aber sowas passiert doch nicht indem man alle Flüchtlinge nach Möglichkeit in Ghettos sperrt und die Türen zur gesellschaftlichen Teilhabe tunlichst geschlossen hält. Ein Blick in die Pariser Vororte sollte eigentlich ausreichen um zu erkennen wohin das dann führt. Und ja – dann werden all die Hetzer recht behalten.
Natürlich ist es verlogen, die radikalen Formen des Islam zu tadeln und zu bekämpfen, während man gleichzeitig z.B. mit den Saudis fröhlich Geschäfte macht ohne irgend eine Form des politischen Drucks aufzubauen. Ist ja nicht so, dass es nicht saudisches Geld wäre, welches weltweit Hassprediger mit extremsten Auslegungen des Islam finanziert.
Unabhängig von der moralischen Verpflichtung Menschen in Not zu helfen, verstehe ich einfach nicht, warum die große Chance dieser Flüchtlingswelle nicht erkannt wird. Noch vor wenigen Monaten war die größte Gefahr für unser christliches Abendland das Fortpflanzungsverhalten der Deutschen. In 30 Jahren ist unser Sozialstaat und unser Rentensystem am Ende. Deutschland überaltert. 2060 wird jeder dritte Deutsche über 65 Jahre alt sein. Jeder Zweite ist dann mindestens 51. Aktuell haben wir 49 Millionen Erwerbstätige im Alter zwischen 20 und 64. Im Jahr 2060 werden es nach aktueller Entwicklung nur noch 34 Millionen sein. Diese 34 Millionen müssen dann nicht nur unsere Rente zahlen, sie müssen auch unser gesamtes Gemeinwesen am Laufen halten, dafür sorgen, dass wir satt sind und es warm haben und uns im Zweifel auch den Hintern abwischen und uns das Erbrochene aus dem Gesicht waschen. Außerdem müssen sie natürlich weiterhin innovativ und produktiv sein, damit die Wirtschaftsmacht Deutschland auf dem Parkett des internationalen Markts nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwindet und sich unsere Kinder und Enkel den Luxus der Altenbetreuung überhaupt leisten können, bei immer mehr zu stopfenden Greisenmäulern.
Wer glaubt, er könne dem Dilemma 2060 durch früheres Versterben entgehen muss leider enttäuscht werden: Schon 2035 werden wir fast 8 Millionen Menschen weniger im Erwerbsalter haben. Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass wir schon heute – also mit 8 Millionen Erwerbstätigen mehr – über knappe Rentenkassen und ein späteres Renteneintrittsalter diskutieren müssen und man ohne private Vorsorge real von Altersarmut bedroht ist.
Und genau jetzt hat ein weltweiter Exodus begonnen, der ohne jedes Anwerben den wichtigsten Zukunftsrohstoff überhaupt zu hunderttausenden in unser Land schwemmt: Menschen im erwerbs- und zeugungsfähigen Alter.
Natürlich bin ich kein Depp und ich weiß genau, dass wir es hier nicht mit einer Schwemme an Fachkräften zu tun haben (wobei es unter den Flüchtenden sehr wohl auch Fachkräfte gibt. Ich habe schon so einige im Lager getroffen.) und es riesige kulturelle Unterschiede gibt (die sich übrigens auch immer mehr in unserem eigenen Volk kristallisieren). Deshalb schrieb ich auch ROHstoff.
Jetzt können wir folgendes tun: Entweder wir kasernieren und isolieren die Neuankömmlinge, zeigen ihnen die kalte Schulter, fördern die Ghettobildung und versuchen sie schnell wieder abzuschieben und weg zu jagen, oder aber wir fangen an in etwas größeren zeitlichen Dimensionen zu denken.

Fast jeder von uns hatte doch in der Grundschule irgend ein asiatisches Kind sitzen – oder? Diese Kinder waren die ersten in Deutschland geborenen Nachkommen der mit offenen Armen importierten asiatischen Krankenschwestern im großen Pflegenotstand der 60er und 70er Jahre. Enorm viele dieser Kinder sind heute staatstragende DEUTSCHE: Politiker, Richter und Anwälte, Pfleger, Ingenieure, Geschäftsleute, Lehrer und Professoren und auch einige meiner ärztlichen Kollegen gehören dazu.
Das war funktionierende Integration durch frühe Förderung und Bildung. Investition in die Zukunft. Und genau diesen Schritt jetzt zu wiederholen wäre doch eine riesen Chance um diesen Rohstoff – die Kinder der jetzigen Zuwanderer - zu nutzen. Wenn wir uns das leisten wollen. Oder geht es am Ende etwa doch nur um Neid und eine reine Blutlinie?
Für den Neid möchte ich dann nochmal an den erquicklichen Sachverhalt erinnern, dass 62 Personen so viel besitzen wie die Hälfte der Erdbevölkerung. Ich warte noch immer auf den Aufschrei der Empörung und den Futterneid diesbezüglich, den man ja regelhaft gegen die ärmsten der Armen kultiviert.

Vielleicht noch ein kleiner „Gimmick“ zum Abschluss:
Letzte Nacht hatten wir unter vielen, vielen anderen Einzelschicksalen eine junge Schwangere im Lager, die keine Kindsbewegungen mehr gespürt hat. Sie sorgte sich, dass durch das lange Treiben im Mittelmeer – nachdem der Schleuserkutter gekentert war – nun auch ihr letztes Kind gestorben sei. Ihre zwei anderen Kinder sind bereits auf der Flucht im Meer ertrunken weil sie keine Kraft mehr hatte….So eine Sozialschmarotzerin aber auch!

Menschen leiden und sterben. Jetzt. Und wir können das verhindern. Wir schaffen das

P.S.: Ich habe nirgendwo das Wort „Nazi“ benutzt. Wer sich trotzdem als ein solcher hingestellt fühlen möchte – bitte sehr: Du Nazi!

Kundgebung: Kein Platz für Rassismus in Öhringen! Öhringen`de ırkçılıga geçit yok !

Woche für Woche finden samstags in Öhringen Kundgebungen gegen die Aufnahme von Geflüchteten statt. Im Laufe der Zeit wurde dabei immer deutlicher, dass es sich bei den Teilnehmenden der regelmäßigen Veranstaltung nicht um „besorgte Bürger“ handelt, sondern um offene Rassistinnen und Rassisten. Unter ihnen sind Anhänger der Nazi-Partei NPD und ihrer Jugendorganisation, rechtspopulistische AfD-Aktivistinnen und rechte Verschwörungstheoretiker aus dem ganzen Umland. Zuletzt zog die regelmäßige Kundgebung auch rechte Politprominenz, wie den überregional bekannten Heilbronner Islam-Hasser und Blogger Karl-Michael Merkle alias „Michael Mannheimer“ oder den Pegida-Aktivisten Curd Schumacher an. Beide traten vor der „Alten Turnhalle“ als Redner auf.

Mit ihrer Hetze gegen Menschen die vor Krieg und Elend aus ihrer Heimat fliehen versuchen sie das gesellschaftliche Klima zu vergiften und Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Wie gefährlich diese rassistische Stimmungsmache ist, zeigen die Ereignisse der letzten Monate: Im ganzen Land finden rechte Demonstrationen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen statt.

Beinahe jeden Tag werden Geflüchtete oder ihre Unterstützer verbal oder körperlich angegriffen und angefeindet. Woche für Woche erreichen uns Meldungen von Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Auch die wöchentlichen Kundgebungen vor der „Alten Turnhalle“, sind ein möglicher Ausgangspunkt für rassistische Gewalt und rechte Übergriffe.

Nachdem es in Öhringen wochenlang kaum Proteste gegen die RassistInnen gegeben hatte, zeigten am 5. Dezember zum ersten Mal seit langem mehrere hundert Menschen ihr Gesicht gegen die rechte Stimmungsmache. Gemeinsam und solidarisch werden wir am 19. Dezember an diesen Erfolg anknüpfen. Wir werden uns an die Seite der Geflüchteten stellen und für unsere Visionen einer offenen, vielfältigen Gesellschaft auf die Straße gehen! Mit unserem bunten und kreativen Protest werden wir ein weiteres Mal deutlich machen, dass in Öhringen kein Platz für Rassismus, rechte Hetze und Angriffe auf ein friedliches Miteinander ist!

Refugees welcome!
Kein Platz für Rassismus in Öhringen!

Kundgebung & Proteste gegen die rechte Kundgebung in Öhringen:
19. Dezember 2015 | 15:00 Uhr | Parkhaus „Alte Turnhalle“ | Öhringen

Unterstützer*innen:

Antifaschistische Aktion Schwäbisch Hall
Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Heilbronn
Die Linke Kreisverband Heilbronn-Unterland
Die Linke Kreisverband Schwäbisch Hall- Hohenlohe
DKP Hohenlohe
Grüne Jugend Heilbronn
Grüne Jugend Hohenlohe
Jusos Heilbronn
Mergentheim Gegen Rechts
Organisierte Linke Heilbronn (IL)
ver.di Jugend Heilbronn-Neckar-Franken
Laura Pano (Stadträtin UNS/ Die Grünen Öhringen)

Kundgebung 16.01.16 - Stuttgart – halt:zusammen gegen Rassismus und Gewalt

Betreff: - Kundgebung 16.01.16 - Stuttgart – halt:zusammen gegen Rassismus und Gewalt

Liebe Aktive gegen Rechts

als Unterstützer des Bündnis

halt:zusammen

machen wir uns stark gegen Rassismus und Gewalt in unserer Gesellschaft. Für Integration. Für ein friedliches Miteinander.

Wir laden daher ein

zur Kundgebung am 16. Januar 2016, um 11 Uhr

auf dem Schlossplatz in Stuttgart.

Lassen Sie uns / lasst uns gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus

auf die Straße gehen. Denn hinter verschlossenen Türen und

in aller Stille können wir nichts ausrichten.

 

Mehr Infos unter https://www.facebook.com/events/1632515133677095/

gez. S. Ortwein (Sprecherin des Bündnisses "Heilbronn sagt Nein")

Öhringen - Demonstration gegen „Rechts“ am Sa. 7.- Dezember 2015

Das "Bündnis gegen Rechts Öhringen" hat  eine Kundgebung für den kommenden Samstag, 5. Dezember 2015 um 13:30 Uhr in Öhringen am Hauptbahnhof bei der Stadt Öhrngen angemeldet. Damit bekennt Öhringen „Farbe“ für eine fremdenfreundliche Stadt.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/heilbronn/kundgebungen-in-oehringen-buendnis-kuendigt-gegen-demo-an/-/id=1562/did=16562554/nid=1562/kybzt0/index.html

Viele "besorgte Bürger" in Öhringen

und nun noch paar Worte zum Thema "besorgte Bürger":

Besorgte Bürger... so werden im Moment leider viel zu häufig diejenigen genannt, welche sich "besorgt" geben, aber damit selbst zur Gefahr für andere - für Schutzsuchende werden.

Es ist keine Schande sich Gedanken /sich Sorgen zu machen, wie der aktuelle Zustrom von Menschen bewältigt werden kann und es ist davon auszugehen, dass diese Frage wohl fast alle Bürger dieses Landes zur Zeit beschäftigt. Viele haben ihre eigene Schlussfolgerung getroffen und engagieren sich in den zahlreichen Flüchtlings- und Asylarbeitskreisen, leisten ehrenamtliche Hilfe und das ist gut so!

Wirklich besorgniserregend ist m.E. allerdings vor allem der Zustand unserer Gesellschaft, die Frage unserer gemeinsamen ethischen Grundwerte, wenn Menschen gemeinsam auf die Straße gehen um gegen Menschen zu hetzen, die gerade alles - enge Familienmitglieder, Angehörige, Nachbarn, Freunde ihr Hab und Gut verloren haben - oder im Ungewissen sind, da sie keine Nachricht über das Schicksal der Lieben haben. Menschen, die eine Wochen- und Monatelange Flucht hinter sich gebracht haben und nun versuchen einen Neuanfang zu wagen.

Diese Form den Staat, die Gemeinschaft, den Gemeinsinn, die Hilfsbereitschaft zu stören, kostet unnötige Kraft, die besser in die Versorgung der Menschen gesteckt würde.

Zu den unsäglichen Demonstrationen sogenannter "besorgter Bürger" in Öhringen gibt es hier einen lesenswerten Artikel.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.rechtsextreme-im-suedwesten-die-problembuerger.2f032ee2-5b83-4980-bf47-40fbaae0ca0a.html

Wir, die Bürger sind gefragt uns klar zu positionieren: Die Werte der Demokratie und Freiheit unseres Landes sind einst hart erkämpft worden und für diese gilt es nun auch einzutreten!

Überlassen wir die Straße nicht denjenigen, die mit Rassismus, fremdenfeindlichen Parolen und Ausgrenzung argumentieren. Lassen wir uns nicht täuschen: Wirklich "besorgte" Menschen schließen sich der rechten Hetze nicht an... und legen Wert darauf sich von entsprechenden Kreisen fernzuhalten. Sie gehen nicht auf Demonstrationen auf denen nachweisliche Rechtspopulisten und Anhänger der NPD oder der Rechtspopulitischen Parteien und Organisationen ihren Hasse säen... sie bieten keine Plattform für dieses Gedankengut! Sie benutzen nicht die Sprache der Nazis (Lügenpresse, Gutmenschen...)..

Wirklich "besorgte" Bürger infromieren sich!

...und ich bin auch überzeugt: wirklich "besorgte" Bürger, werden sich selbst nicht als solche bezeichnen, weil sie längst gemerkt haben, wer sich hinter dieser Bezeichnung zu tarnen versucht!

 

gez. Silke Ortwein

„Undercover unter Nazis“ Dokumentarfilm mit Diskussion 20.11.2015, VHS HN, Beginn 19:00 Uhr

Thema: „Undercover unter Nazis“ Dokumentarfilm mit Diskussion

Ort: Vhs Heilbronn, Raum 221, Kirchbrunnenstr. 12, 74072 Heilbronn

Termin: Fr., 20.11.2015

Zeit: 19.00 – 21.30 Uhr

Filmdauer: 19.00 – 20.30 Uhr (ca. 90 min.)

Podiumsdiskussion:

ab 20.30 Uhr

Podiumsteilnehmer/innen:

- Herr Peter Ohlendorf (Regisseur)

- Frau Silke Ortwein („Heilbronn sagt Nein“)

- Herr Nikolaos Sakellariou (SPD, MdL)

- Herr Clemens Binninger (CDU, MdB)

 

Moderation:

Herr Daniel Stahl, Heilbronner Stimme

Geplante Themen:

1. Statements der Diskutanten

2. Rechtsextremismus im Raum Heilbronn

3. NSU Ereignisse und Prozess

4. Sonstiges

Infos zum Film:
Ist ein Investigativer Dokumentarfilm des deutschen Drehbuchautors und Filmregisseurs Peter Ohlendorf aus dem Jahr 2012 über das konspirative Milieu von Rechts-Rock-Konzerten in Deutschland. Er beruht auf neunjährigen verdeckten Recherchen und Kameraaufnehmen des Journalisten Thomas Kuban und befasst sich mit der rechtsradikalen Musikszene. Unter anderem werden die extreme Gewaltbereitschaft und wiederholten Volksverhetzungen im Umfeld von Neonazi-Konzerten dokumentiert. Der Film hatte auf der Berlinale 2012 Premiere und erhielt den 2. Preis des alternativen Medienpreises 2012.

Rechtsextreme auf dem Vormarsch, Vortrag VHS HN, 26.10.2015, 19:00 Uhr

Erst wenn sie Gewalttaten verüben kommen Rechtsextreme in die Schlagzeilen:

Dabei sind Rechtsextremismus und –Populismus inzwischen ein vielschichtiges Problem in unserer Gesellschaft und auch in Baden-Württemberg vielerorts kein Randphänomen mehr.

Die Referentin ist Politikwissenschaftlerin und beschäftigt sich seit langem mit modernem Rechtsextremismus. Im Rahmen des Vortrags beleuchtet sie Methoden, Ziel und unterschiedliche Facetten der Szene- auch im Heilbronner Raum.

Ellen Esen

am Montag, 26. Oktober 2015

um 19:00 bis 21:00 Uhr

in der VHS /Deutschhof Kirchbrunnenstraße 12

Veranstalter:

VHS und „Bündnis Heilbronn sagt nein“

KZ Heilbronn Neckargartach, Gedenkstunde 08.11.2015, 15:00 Uhr "Rückblick nach 70 Jahren"

Wider das Vergessen - Gedenkfeier - 9.November 2015, 19.15 Uhr, Heilbronn - Allee, Synagogengedenkstein



Begr€üßung:
Oberbü€rgermeister Harry Mergel
Ansprache:
Stellvertretender Dekan Roland Rossnagel,
Pfarrer der Kath. Deutschordensgemeinde St. Peter und Paul
Schlusswort:
Werner Winter
Friedensbewegung Heilbronn
Musikalische Umrahmung:
Posaunenchor Horkheim


Friedensbewegung Heilbronn
Stadt Heilbronn
Evangelisches Jugendwerk Bezirk Heilbronn
Deutscher Gewerkschaftsbund, Stadt + Landkreis
VVN – Bund der Antifaschisten Kreis Heilbronn
Freundeskreis Synagoge Heilbronn e. V.


V.i.S.d.P. Werner Winter, Friedensbüro Heilbronn, Am Wollhaus 13, 74072 Heilbronn

Das Bündnis dankt allen Spendern

Wir sind einfach überwältigt, sagt Silke Ortwein (Sprecherin des Bündnisses "Heilbronn sagt nein", angesichts der für die Kinderfreizeit der Vielfalt eingegangenene Spenden . Über 6000,-€ sind eingegangen und haben mitgeholfen, dass insagesamt 37 Kinder an den Freizeiten der AWO im Stadtkreis Heilbronn und nochmals 15 in den Freizeiten der Arbeiterwohlfahrt im Landkreis teilnehmen konnten.

"Ich habe mir bei einem Besuch selbst ein Bild gemacht und fand es toll, wie die Kinder trotz der Sprachbarriere im Spielen in der Gruppe integriert waren" Doch dazu war auch viel Aufwand nötig. Angefangen vom Transfer mit dem Bus (hier halfen auch viele Ehrenamtliche mit, dass das geklappt hat)  bis hin zu den Jugednlichen Migranten, die dabei waren und mit ihren Englischkenntnissen zu Dolmetschern wurden. "Integration bedarf einfach gemeinsamer Anstrengungen. Das ist hier in vorbildlicher Weise gelungen", freut sich Silke Ortwein und hofft im kommenden Jahr auf eine positive Weiterentwicklung der Freizeiten der Vielfalt.

Solidarität mit Asylbewerbern - Spendenaktioin des Bündnisses für Kinder aus Asylbewerber- und Flüchtlingsfamilien

Das Bündnis „Heilbronn sagt Nein“ startet Spendenaktion für Kinderfreizeiten

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 setzt sich das Bündnis „Heilbronn sagt Nein“ gegen alle extrem rechten Haltungen wie z. B. Rassismus und Ausgrenzung ein. Die aktuelle Situation der verstärkten Zuwanderung von Flüchtlingen zeigt, dass viele Menschen sich hier in Freundeskreisen einbringen um den Asylbewerber Hilfe zur Integration zu geben. Das ist eine tolle Entwicklung und das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen ist ein gutes Signal.

Denjenigen die sich gerne mit den Asylbewerbern solidarisieren wollen, aber dies nicht in der ehrenamtlichen Arbeit tun können oder wollen, will das Bündnis eine Alternative schaffen. Daher ruft „Heilbronn sagt nein“ zu Spenden für die „Kinderfreizeit der Vielfalt“ des AWO Kreisverbandes Heilbronn und des AWO-Ortsvereins Neckarsulm auf.

Mit den gesammelten Geldern werden Plätze in den Kinderfreizeiten finanziert, die dem Stadt- und Landkreis Heilbronn anteilig zur Vermittlung an Asylbewerberkinder angeboten werden. So soll diesen Kindern schon frühzeitig das Angebot einer Integration zur Verfügung gestellt werden, das im Moment (noch) nicht anderweitig finanzierbar ist.

Silke Ortwein (Sprecherin des Bündnisses Heilbronn sagt Nein“) sieht die Spenden als „Geste der Solidarität mit den Flüchtlingen und Asylbewerbern“ und hofft auf eine entsprechende Spendenbeteiligung seitens der Bevölkerung.

Spenden werden unter dem Stichwort: „Vielfalt“ erbeten auf das Konto des Fördervereins AWO Stadtranderholung Heilbronn Kontonummer 312262 bei Kreisparkasse Heilbronn (BLZ 620 500 00).

 

Stolpersteinverlegung in Zaberfeld, 16.09.15, 13:45 Uhr Michelbacherstr. 1 , Zaberfeld

Stolpersteinverlegung in Heilbonn am Donnerstag, 17. September 2015

9.00 Uhr Rollwagstr. 16: Hans David, Margarete, Walter Emil, Max, Arthur, Carola Reis. (Dr. Schneider)

9.35 Uhr Bergstraße 2: Clementine, Hermann Rosenthal (RMG: Lars Ingelbach, Marie Wesener)

10.00 Uhr Frankfurter Str. 9: Babette Baer, Sofie Falk, Lina und Kurt Oppenheimer: (Isolde Kübler und Archiv)

10.20 Uhr Frankfurter Straße 45: Resi, Leopold, Alfred, Bertha Traub (Günter Spengler, FK Synagoge)

10.50 Uhr Heilbronn-Horkheim, Sontheimer Straße 15: Johanna, Margot, Max und Selma Maier (Ev. Frauenkreis Horkheim)

70 Jahre Kriegsende, Gedenkstunde 8. Mai 2015, 17:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Heilbronn

 

 

Ausstellung „Die Opfer des NSU“ VHS HN Eröffnung 15. Mai 2015

 

Der DGB Stadt und Kreisverband Heilbronn holt die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ bis zum 7. Juni in die Volkshochschule Heilbronn.

Die bilderreiche Ausstellung setzt sich auf 22 Tafeln mit den Verbrechen des NSU sowie der gesellschaftlichen Aufarbeitung nach dem Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrundes im November 2011 auseinander.

Im ersten Teil der Ausstellung werden die Biografien der Ermordeten dargestellt. Zu Wort kommen auch Angehörige der Mordopfer. Die deutsche Polizistin Michele Kiesewetter war das letzte Mordopfer des NSU – sie starb auf der Theresienwiese in Heilbronn. „Für uns schien es wichtig, die Ausstellung nach Heilbronn zu holen.“ sagt Silke Ortwein, die Vorsitzende des DGB Stadt- und Kreisverbandes Heilbronn und Sprecherin des Bündnisses „Heilbronn sagt nein“ und ergänzt „Es ist gut und wichtig, wenn wir uns nicht nur mit den Tätern, sondern endlich auch mit den Opfern befassen“ Weitere Tafeln beschäftigen sich mit den Bombenanschlägen in Köln sowie den Banküberfällen, bei denen unschul-dige Menschen teilweise lebensbedrohlich verletzt wurden. Der zweite Teil beleuchtet die Neonaziszene der 1990er Jahre sowie die Hilfeleistungen an den NSU-Kern aus einem neonazistischen Netzwerk. Dargestellt werden auch die Gründe, warum die Mordserie nicht aufgedeckt wurde sowie der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Themenkom-plex nach dem Auffliegen der neonazistischen Terrorgruppe am 4. November 2011.

Eröffnet wurde die Ausstellung mit einer Veranstaltung am Donnerstag 15. Mai 2014 mit der Ausstellungsmacherin Birgit Mair.

Die Ausstellung ist bis zum 7. Juni in der Volkshochschule, Kirchbrunnenstraße 12 in Heilbronn, jeweils 9:00 – 20:00 Uhr zu besichtigen. 

Vom 03. Juli – 1 August ist die Ausstellung in der Volkshochschule Schwäbisch Hall zu Gast. Mo-Do 9:00 Uhr – 18:00 Uhr - Fr. 9:00 – 13:00 Uhr

 

Pegida

PEGIDA

Was hat es mit dieser Bewegung auf sich - warum schließen sich so viele Menschen der Bewegung an?

hier finden sich Informationen aus der aktuellen Presse:

http://www.publikative.org/2014/12/11/pegida-wenn-untertanen-aufmuepfig-werden/

Und hier ein  Artikel eines Aussteigers:

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/hogesa-pegida-und-brennende-fl%C3%BCchtlingsunterk%C3%BCnfte-der-bumerang-der-ignoranz-kommt-zur%C3%BCck

 

c/o DGB Heilbronn

Gartenstraße 64

74074 Heilbronn




Impressum